Weil Schule mehr kann…

… mit diesem Motto sind wir 2011 noch unter dem Namen „ONG Schülerhilfe“ gestartet. Wie kann man Schule spannender gestalten? Wie wird Schule zu einem Lern- und Lebensort? Wie können wir Schüler*innen das Schulleben erleichtern? Wie kann es uns gelingen, dass Schule kein Ort mehr ist, zu dem man als Schüler*in gehen muss, sondern ein Ort, zu dem man gehen möchte? Das waren nur einige der Fragen, die uns bewegt haben und bis heute noch beschäftigen. Diese Vision treibt uns an, Bildung und Schule ein wenig anders zu denken.

Am Anfang standen die Ehemaligen

Wer weiß eigentlich am besten, was Schüler*innen an einer Schule so bewegt und welche Hürden sie zu nehmen haben. Natürlich diejenigen, die die Schule gerade durchlaufen haben! So ist Schlaufuchs Berlin mit der Idee gestartet, ehemalige Abiturient*innen wieder zurück an ihre Schulen zu führen, um dort im Rahmen verschiedener Angebote die aktuellen Schüler*innen zu unterstützen. Beginnend am Otto-Nagel- und am Barnim-Gymnasium haben sich schnell schuleigene Teams aus vielen Studierenden gebildet, die einfach nur Lust darauf haben, ihre Erfahrungen und ihr Wissen an eine neue Generation weiterzugeben.

Unterstützen, Begeistern, Übergänge begleiten

Im Laufe der Jahre haben wir viele Angebote geschaffen, die sich immer entlang der Bedürfnisse unserer Partner(Schulen) orientiert haben. Allgemein lassen sich alle Angebote in drei Kategorien einordnen: unterstützen, begeistern, Übergänge begleiten. So können Schüler*innen bei uns gezielt ihre Schwächen angehen, aber genauso ihre Talente entdecken und weiterentwickeln. Die Übergänge zwischen den Bildungsinstitutionen liegen besonders im Fokus unserer Arbeit. Warum eigentlich?

Unser Bildungssystem und soziale Herkunft

Der Erfolg eines Kindes in unserem Bildungssystem ist im hohen Maße von der sozialen Herkunft der Eltern abhängig. Das hört man immer wieder. Aber warum ist das so und kann man daran nicht vielleicht etwas ändern? In Deutschland haben wir ein verhältnismäßig kleingliedriges Schulsystem. Schon nach der sechsten Klasse (und teilweise sogar früher) werden Kinder auf verschiedene Schultypen verteilt, was zu unterschiedlichen Abschlüssen und damit auch zu unterschiedlichem Erfolg im Bildungssystem führen kann. Gerade an diesen Weichen, die über Erfolg oder Misserfolg im Bildungssystem entscheiden, ist es wichtig, entsprechende Unterstützung zu erfahren, um den Mut aufzubringen, einen höheren Schulabschluss anzustreben. In Familien, in denen weniger Erfahrungen mit dem Abitur oder sogar einem Studium vorliegen herrscht größere Unsicherheit, als in Akademikerfamilien. Wir wollen den Schüler*innen unserer Partnerschulen Sorgen nehmen und durch gezielte Unterstützung an diesen Übergängen den Mut verleihen, den bestmöglichen Bildungserfolg zu erreichen, ganz unabhängig davon, woher man kommt. Aber wie macht man das?

Bildungslandschaften und soziale Gerechtigkeit

Mittlerweile betreuen wir nicht mehr nur Gymnasien. Durch unsere Angebote begleiten wir Kinder von der Kita bis zum Abitur (und darüber hinaus). Wir schaffen durchgängige Strukturen in allen Institutionen, die ein Kind entlang seiner Bildungsbiografie durchläuft. Kita-Kinder, die während des Kitasports in der Turnhalle der nahegelegenen Grundschule nicht nur Themen der Schulanfangsphase, sondern auch die Atmosphäre erleben, Grundschulkinder, denen man sagen kann: „Keine Angst, du kannst das Lernstudio auch an der Oberschule besuchen, weil es dort auch die Schlaufüchse gibt“ oder an unserem „Fit für die Oberschule“-Camps teilnehmen oder Abiturient*innen, denen Ehemalige beim „Leben nach dem Abitur“ erzählen, wie es nach der Schule eigentlich weitergeht, all diese Angebote bauen Brücken zwischen den Bildungsinstitutionen und schaffen Sicherheit in neuen Umgebungen. Durch ein enges Netz aus Partnerschulen und -kitas schaffen wir es, institutionsübergreifende Strukturen zu etablieren und Bildungslandschaften zu formen. Denn alle Schüler*innen bewegen sich durch diese Bildungslandschaften, bewusst oder unbewusst und ob sie es wollen oder nicht. Wir glauben daran, dass vernetzte Bildungslandschaften, den Kindern Unterstützung bieten, anstatt Hürden aufzustellen, und für alle Kinder zu einem besseren Bildungserfolg führen!

Zusammen mehr erreichen!

Kitas, Schulen und Schlaufuchs Berlin sind allerdings nicht allein in diesen Bildungslandschaften vertreten. Hier leben und bewegen sich noch viele weitere Akteure und Institutionen, die wiederum interessante Angebote bereitstellen, in denen Bildung gelebt werden kann. Egal ob Sportverein, Musikschule, Wohnungsbaugenossenschaft, Jugendclub oder Naturraum, Lernen und Bildung findet überall um uns herum statt. Diese Akteure und Institutionen zu vernetzen und als unsere Partner in Bildungsinstitutionen zu integrieren, verstehen wir ebenfalls als eine unserer Aufgaben. Wer etwas verändern will, kann das vielleicht auch allein, aber zusammen, kann man einfach mehr erreichen!

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